Achtsamkeits-Training, Einsatz und Erfolge

Lernen, Ereignisse zu akzeptieren und aufzunehmen

Der Begriff "Achtsamkeit" bezeichnete ursprünglich ein zentrales Prinzip in der Meditationspraxis, in welchem die Aufmerksamkeit ganz bewusst und absichtsvoll auf die Hier-und-jetzt-Erfahrung gelenkt wird. Der Achtsamkeits-Ansatz hat sich inzwischen auch in der Psychotherapie bewährt.

 

Wenn man beispielsweise achtsam duscht, dann duscht man, und denkt nicht an die bevorstehenden Aufgaben des Arbeitstages. Stattdessen verlangt das Prinzip der Achtsamkeit, dass man sich gegenwärtig bewusst ist, dass man duscht. Man spürt das Wasser auf der Haut, den Geruch der Seife etc. Im Rahmen der Kultivierung von Achtsamkeit wird versucht, eine achtsame Haltung in allen Lebenslagen zu entwickeln, sowohl in als angenehm als auch in als unangenehm empfundenen Situationen.

 

Akzeptanz meint in diesem Zusammenhang eine Bereitschaft, Ereignisse ohne innerliche oder äußerliche Ablehnung oder Vermeidung aktiv und offen aufzunehmen und zu erleben, so wie sie sind, etwa Gedanken, körperliche Empfindungen. Das bedeutet nicht, Erfahrungen oder Dinge einfach zu ertragen oder mit einer passiv-resignativen Haltung zu erleben und gutzuheißen.

 

Psychisches Leiden ist demnach nicht die Folge schwieriger Emotionen, irrationalen Denkens oder dysfunktionaler Schemata, sondern entsteht, wenn wir unser Verhalten darauf ausrichten, aversives inneres Erleben "nicht zu haben", das heißt wenn wir krampfhaft versuchen, ungewolltes Erleben zu kontrollieren oder zu reduzieren.

 

Jede Maßnahme, subjektives Leiden absichtsvoll zu reduzieren, führt zu der natürlichen Paradoxie, dass der Versuch, es zu beseitigen, das Leiden aufrecht erhalten und seine Bedeutsamkeit erhöhen kann. Patienten werden zu Akzeptanz motiviert, indem sie die Hoffnungslosigkeit bisheriger Kontrollversuche erfahren, die zugleich die Botschaft vermitteln, dass Akzeptanz eine mögliche Alternative ist.