Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) erkennen und therapieren

Chronische Angst durch starke seelische Belastungen

Eine posttraumatische Belastungsstörung kann nach außergewöhnlichen Lebensereignissen mit hohen seelischen Belastungen (z. B. Gewaltanwendung, Naturkatastrophen, Kriegsereignisse) auftreten, dabei wird das Schreckensereignis immer wieder durchlebt und erzeugt eine schwere, langdauernde und chronische Angst. Diese führt zu einem hohen Leidensdruck bei den Betroffenen: Aggressivität, Verschlossenheit, Vermeidungsreaktionen, Depression, sozialer Rückzug sind die Folgen.

 

Häufige Anzeichen sind

  • Anhaltende Erinnerungen, Wiedererleben der Situation durch aufdringliche Nachhallerinnerungen (Flashbacks)
  • Wiederholende Träume
  • Innere Bedrängnis, panische Angst, Traurigkeit, Schuldgefühle, Selbstvorwürfe, Scham, Gefühllosigkeit, persönliche Entfremdung
  • Vermeidungsverhalten: Alles, was an das Trauma erinnert, wird vermieden (Orte, Situationen usw.). Gedanken, Bilder, Erinnerungen werden unterdrückt
  • Übererregtheit, heftige Schreckreaktionen
  • Ein- und Durchschlafstörungen
  • Reizbarkeit oder Wutausbrüche
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Erhöhte Schreckhaftigkeit

Zur Überwindung einer posttraumatischen Belastungsstörung ist eine spezielle Trauma-Behandlung erforderlich. Sie sollten sich daher schon frühzeitig einem Experten anvertrauen.

 

Die Behandlung einer Posttraumatischen Belastungsstörung setzt ein großes Vertrauen zwischen Therapeut und Patient voraus. Das geplante Vorgehen wird üblicherweise gemeinsam besprochen.

Zunächst geht es darum, im Alltag besser mit den belastenden Symptomen umgehen zu können. Entspannungstechniken können hier helfen, ebenso Techniken, die es dem Patienten erlauben, belastende Gedanken und Gefühle ein Stück weit unter Kontrolle zu bringen.

 

In manchen Fällen ist zusätzlich eine Therapie mit Medikamenten sinnvoll, zum Beispiel bei gleichzeitig bestehender Depression. Generell werden Therapeuten beim Verordnen von Arzneien jedoch zurückhaltend sein. Denn nicht selten besteht bei einer PTBS ein erhöhtes Risiko für Suchterkrankungen – und damit auch für eine Medikamentenabhängigkeit.

 

Der Psychotherapeut wird mit Ihnen eine Konfrontationstherapie in der Vorstellung durchführen. Dabei erfolgt eine behutsame Heranführung an das Erlebnis. Das Trauma wird rekonstruiert, Erinnerungen, Vorstellungen und Empfindungen in Worte gefasst. Verdrängtes gelangt ans Licht, Emotionen wird freier Lauf gelassen. Daneben müssen auch Denkmuster geändert werden, um die Übergeneralisierung von Gefahren einzudämmen und das Vermeidungsverhalten abzubauen.