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Kinder und Jugendliche: Selbstverletzungen, ritzen

Selbstverletzung: Förderung der emotionalen Kompetenz

Unter Selbstverletzendem Verhalten (SVV) versteht man Handlungen, bei denen es zu einer bewussten Schädigung der Körperoberfläche kommt.

 

Diese Handlungen sind sozial nicht akzeptiert und nicht suizidal intendiert. Selbstverletzung ist kein eigenständiges Krankheitsbild sondern tritt als Symptom einer psychischen Störung oder Erkrankung oder aber auch ohne begleitende komorbide psychiatrische Erkrankung auf.

 

Die häufigste Form der Selbstverletzung ist das Zufügen von Schnittverletzungen mit scharfen oder spitzen Gegenständen wie Messern, Rasierklingen, Scherben oder Nadeln. Dieses so genannte „Ritzen“ oder „Schneiden“ findet vorwiegend an Armen und Beinen sowie im Bereich von Brust und Bauch statt. Aber auch Verbrennung oder Verätzungen kommen bei selbstverletzendem Verhalten vor.


Jugendliche mit psychischen Störungen oder Problemen haben ein besonders hohes Risiko selbstverletzendes Verhalten zu entwickeln. Neben Erkrankungen - wie Depressionen, Ess- Zwangs- oder Angststörungen - können auch mangelndes Selbstwertgefühl, die Unfähigkeit, Gefühle auszudrücken und schwach ausgeprägte Selbstregulierungskräfte ursächlich sein. Besonders häufig kommt es im Rahmen einer Borderline-Persönlichkeitsstörung zu Selbstverletzungen.

 

Das zentrale Therapieziel  ist die Förderung emotionaler Kompetenz. Es gilt die Affekte so zu modulieren, dass sie sich nicht derart zerstörerisch gegen den Betroffenen selbst wenden.

 

 Zugleich werden die Kinder / Jugendlichen  befähigt, alternative Handlungsmöglichkeiten bei Ritzdruck anzuwenden, um somit Bewältigungsstrategien im Krisenfall zu haben. Im Laufe der Therapie sollen die Betroffenen dann erlernen, wieder Herr ihres Lebens zu werden, ohne sich Schaden zuzufügen.