Psychotherapie für die sexuelle Identität

Wie kann ich mit meiner sexuellen Identität selbstbestimmt leben?

Sexuelle Identität kann verschiedene Ausprägungen haben: Heterosexualität, aber auch Homosexualität, Intersexualität und Transgender Identität. Diese letztere Formen bergen für die Betroffenen häufig Konfliktpotential, weil das soziale Umfeld bzw. die Öffentlichkeit abwertend reagiert. In einer Psychotherapie können Betroffene lernen, sich ihrer eigenen sexuellen Identität bewusst zu werden und mit ihr umzugehen.

 

Homosexualität: Selbstbestimmt leben

 

Noch immer haben viele homosexuell veranlagte Menschen mit Vorurteilen zu kämpfen - aufgrund von mangelnden oder falschen Informationen.  So steht der Wunsch ein "ganz normales Leben" zu führen im Gegensatz zu den eigenen Bedürfnissen und Sehnsüchten. Vielen Menschen fällt schon der Gedanke daran, selber homosexuell zu sein nicht leicht, und nicht selten gelingt es sogar aus eigenem Antrieb oder unter externem Zwang bis hin zur Heirat eines heterosexuellen Partners und eigenen Kindern die eigene sexuelle Identität zu unterdrücken.


Diese Zerrissenheit zwischen Wunsch und Realität kann neben Depressionen auch Aggressionen oder Suchtverhalten auslösen.
Durch geeignete Beratung oder eine durch einen erfahrenen Psychologen betreute Therapie kann in der Regel ein selbstbestimmtes, ehrliches und sexuell erfüllendes Leben erzielt werden, dass auch zu mehr Selbstbewusstsein führt.

 

Transgender und Transsexualität

 

Der Begriff Transsexualität (auch Transidentität oder Transsexualismus) bezeichnet ein Phänomen, bei dem es um die Überschreitung von Geschlechtergrenzen geht. Es gibt Männer, die sich als Frauen erleben, und Frauen, die sich als Männer erleben. Man spricht von Transsexualität, wenn diese Menschen sich auch ihrer Eigenwahrnehmung entsprechend verhalten. Das heißt, sie verfolgen intensiv den Wunsch nach einem Geschlechtswechsel - in körperlicher, sozialer und rechtlicher Hinsicht.

 

In allen Kulturen und Epochen hat es Menschen gegeben, die sich über die Grenzen ihres biologischen Geschlechts hinweg gesetzt haben - entweder zeitweise oder dauerhaft. Manche dieser Menschen wurden von ihren Mitmenschen wegen ihres Geschlechtswechsels bewundert. Andere Transsexuelle wurden verfolgt und bestraft, weil sie die gesellschaftlichen Normen und Regeln nicht akzeptiert und eingehalten haben.

 

Anfang des 20. Jahrhunderts beschrieb der Berliner Sexualforscher Magnus Hirschfeld den Transvestitismus in seiner "Theorie der sexuellen Zwischenstufen". Hirschfeld unterschied damals noch nicht genau zwischen sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität. Heute versteht man unter Transvestitismus eine Form der sexuellen Orientierung, während die Transsexualität als Störung der Geschlechtsidentität gilt. Sexuelle Identität gilt heute als vorrangig und unabhängig von sexuellen Präferenzen.